Über Kira Gates

Eine lange Geschichte kurz erzählt

Rückblickend begann alles mit einem Umzug. 

Schlüsselmoment Nr. 1

Elegante schlichte Möbel, vom Stil her eher minimalistisch, waren relativ leicht zu finden. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und viel Pinterest als Inspirationsquelle, konnte ich mir die Möbel, welche mir schlicht zu teuer waren, kurzerhand selbst bauen. Ein befreundeter Schreiner machte es möglich, meine zugegebenermaßen anfangs eher unstrukturierten Bleistiftzeichnungen in ein schönes Möbelstück zu verwandeln. 

Ein wahnsinnig tolles Gefühl!

 Zu erleben, wie aus einer Idee etwas entsteht, das man am Ende in Händen halten kann, hat für jemanden der sein Leben lang im Verkauf gearbeitet hat etwas magisches. Für viele mag das Alltag sein, bei mir war es das erste Schlüsselerlebnis. 

 Das könnte jetzt schon das Ende der Geschichte sein, hätte es Kira nicht gegeben. 

Kira

Kira war zu diesem Zeitpunkt eine 2o jährige, aber noch recht fitte Katze, mit altersbedingt schon eher besonderen Bedürfnissen. In der alten Wohnung hatte ich noch notdürftig ein Treppchen zusammengezimmert, damit meine Lady auf das Sofa kommt. Auch Kratzbaum und Schlafplatz waren auf ihr Alter abgestimmt, aber in die Jahre gekommen und hätten stilistisch nicht mehr zu den neuen Möbeln gepasst. Ich wollte ihr und mir etwas schönes gönnen.

Noch vor dem Umzug machte ich mich auf die Suche nach geeigneten Möbeln, um meinem Schatz ihre letzten Jahre so angenehm wie möglich zu gestalten. Ein Hersteller, dessen Marketing mich sehr angesprochen hatte, konnte auch tatsächlich punktgenau zum Einzug liefern. Kein doppeltes Geschleppe, keine zusätzlichen Kartons die im Weg stehen… perfekt!

Schlüsselmoment Nr. 2

Am Abend des Umzugs, alles war dank Freunden und eines überschaubaren Hausstandes (Minimalismus macht das Leben so viel einfacher) nach einem Tag  fertig eingerichtet. Alles was nicht in der neuen Wohnung gebraucht wurde, war verschenkt oder entsorgt worden. 

Kira war da, ich war da, mein Paket mit Kratzbaum, Körbchen, Sofatreppe und Futterplatz war noch beim Händler. 

Warum? Wusste er selbst nicht. „Da ist wohl etwas schief gegangen“, erfuhr ich 2 Tage später per E-Mail. 6 Tage danach war mein Paket auch schon angekommen. Zu einer Zeit, als ich längst akzeptiert hatte, dass Kira von meinem Teller frisst und zur Treppe aufgestapelte kleine Kartons das Gesamtbild meines Wohnzimmers bestimmten. 

Nennt mich von Amazon verwöhnt, der Kundenservice sollte immer an erster Stelle stehen, hörte ich mich in eine Runde von Freunden sagen, ohne zu wissen, dass dies schon mein zweites Schlüsselerlebnis sein sollte.

Qualität und MADE IN GERMANY

Ich weiß noch genau, wie ich spät Abends jeden einzelnen Karton durchgesehen habe, ob mir der Hersteller nicht doch einen passenden Sechskantschlüssel beigelegt hat… vergebens. Mein Dank geht an dieser Stelle an das schwedische Möbelhaus mit den 4 Buchstaben, die haben den Anstand so etwas beizulegen. Das für den Möbelaufbau geliehene Werkzeug war längst zurück gegeben und ich hätte nicht weiter machen können, sofern ich das denn gewollt hätte. 

Der Kratzbaum, genau wie die Holztreppe, haben dermaßen nach Lack und Kleber gestunken, dass ich die betroffenen Teile erst einmal in den Keller zum Auslüften gebracht habe, um mir dann Luft zu machen, in Form einer E-Mail. 

Kurz und knapp, die Antwort war niederschmetternd. Unter anderem hatte ich die Frage gestellt, wie es sein kann, dass ein hochpreisiges Produkt einen derartigen Gestank verbreiten kann. Die Antwort darauf hat auch die nicht ganz punktgenaue Lieferung erklärt. „DAS WAR WOHL NOCH NICHT GANZ TROCKEN BEIM VERPACKEN! 

Die erneute Anfrage, ob so ein Lack länger als 6 Wochen trocknen muss (gerechnet vom Bestelldatum), entsprach allem Anschein nach nicht dem Humor des guten Mannes, weshalb er diese E-Mail gänzlich unbeantwortet lies. 

Nach dreitägigem Lüften war das Geruchsproblem gelöst, aber nicht ohne einfach nur für ein neues Platz zu schaffen. Aus irgend einem Grund passten die Teile nicht exakt. Um es mit den Worten des befreundeten Schreiners zu schreiben, den ich aus Verzweiflung zu dem „Projekt“ hinzugezogen hatte… da wundert mich nichts… wer hat den diese ********* (hier bitte abfälliges Schimpfwort deiner Wahl einfügen) konstruiert. 

Eine erneute E-Mail, die dann auch schon nach 3 Tagen beantwortet wurde, klärte mich dann darüber auf, dass die Holzbauteile nicht vom Händler und gleichzeitig „Produzenten“ gefertigt werden. Die werden fertig geliefert und nachgearbeitet… ich vermute lackiert 😉

Anscheinend waren die Schraubenlöcher nicht übereinstimmend gebohrt, „das kann schon mal vorkommen… könnten Sie gegen einen kleinen Rabatt selbst…NEIN!!“. Meine Antwort auf diese Frage war sinngemäß, ob ich den Rücksendeschein ausdrucken muss oder per Mail senden kann. 

Schlüsselmoment Nr. 3 

Wenn einer schreibt MADE IN GERMANY, erwarte ich als Kunde, dass es dann auch so ist! Nicht, einer kauft irgendwo auf der Welt fertige Bauteile, wirft diese mit noch feuchtem Lack in einen Karton und fertig ist ein Produkt aus der Region?! Man sollte als Händler freiwillig für Transparenz sorgen. Und ist es in einem dreistelligen Preissegment ersthaft zu viel verlangt, das Produkt so zu konstruieren und herzustellen, dass es funktioniert? 

Das können wir selber echt besser

Da hat es dann Klick gemacht!

Er hatte absolut recht! Schon beim einpacken der Rücksendung, hatten wir die ersten Gespräche, wie man so etwas professioneller machen könnte. Nicht nur das Produkt, sondern auch alles drum herum, wie Service und Verpackung, sollten eine Rolle spielen. Meine Ideen, umgesetzt mit seinem Know How, würden tatsächlich zu einem weit besseren Ergebnis führen, als es uns eben präsentiert wurde. 

Gesagt getan und, kurze Zeit später hatte ich einen stylischen, an der Wand hängenden, treppenförmigen Kratzbaum unter dem ich wischen und saugen konnte und eine dazu passende Treppe für das Sofa. Den Rest habe ich notgedrungen noch aus anderen Quellen bezogen, wobei es mir schwer gefallen ist Produkte für meinen Geschmack zu finden. Ein Katzenkörbchen in beige mit aufgedruckten Pfoten ist eben nicht jedermanns Sache. 

Zu dieser Zeit las ich auch einen Artikel über Steve Jobs, der über Microsoft sagte. „Das Problem mit Microsoft ist, die haben einfach keinen Geschmack„… mag im ersten Moment arrogant klingen. Dies kann man, meiner Meinung nach, auf fast alle Volumenhersteller im Segment Katzenbedarf adaptieren. 

Aller Anfang ist schwer

Erste Konzepte waren schnell erstellt und auf Rentabilität geprüft. Erste Muster entstanden, ein Logo wurde gezeichnet… der Alltag forderte mehr Aufmerksamkeit als gewohnt. Das Projekt geriet nie in Vergessenheit, wurde aber leider nicht konsequent genug vorangetrieben. Für annähernd 2 Jahre arbeiteten wir zwar beide sporadisch daran, aber nicht mit der benötigten Ernsthaftigkeit, die solch eine Unternehmung erfordert. 

Als in etwa diesem Zeitabschnitt Kira mit fast 23 Jahren verstarb und mein Mitstreiter einen Arbeitsunfall hatte, der es ihm unmöglich machte, weiterhin als Schreiner zu arbeiten, beschlossen wir gemeinsam das Projekt zu beenden. Was blieb war allerdings eine Art Hunger, unstillbar durch eine normale Arbeit. 

Lisa und Elon

So richtig lange habe ich es nicht ausgehalten ohne Katze. Ein halbes Jahr nach Kiras Tod, erhielt ich einen Notruf einer Bekannten. Ein Katzenpärchen sucht ganz dringend ein Zuhause… und das 2 Tage vor Weihnachten. Ich konnte nicht anderes, als mir die beiden anzusehen und mich augenblicklich neu zu verlieben. 

Das Problem an der Sache… ohne Katze brauchst auch keinen Kratzbaum, so oder so ähnlich hatte ich es formuliert als meine gesamten Katzen Möbel und Accessoires verkauft und verschenkt waren. (Minimalismus macht das Leben manchmal echt kompliziert)

Gut, dass bei den Katzen erstmal alles nötige dabei war, zwar im übertragenen Sinn, beige mit Pfoten drauf, aber es war vorhanden. Nach den Feiertagen hatte ich mit erschrecken folgende 2 Dinge festgestellt: 

Der Shop für stinkende Kratzbäume hat expandiert und verkauft nun zusätzlich alles, was das Hundehalter Herz begehrt. Ich hoffe für seine Kunden ernsthaft, dass er die Produkte nicht selbst herstellt. Das MADE IN GERMANY scheint nun kein Thema mehr zu sein. Zumindest wird es bei ihm nicht mehr beworben. 

2. Die Unterversorgung mit stylischen und gleichzeitig bezahlbaren Katzenprodukten in diesem Land ist auffällig. Schaue ich hingegen nach Italien oder Frankreich, türmen sich die guten Designs geradezu… allerdings zu Preisen, jenseits von gut und böse. 

Da ich weder gewillt war, absolute Mondpreise zu bezahlen oder mir Dinge zuzulegen die mir garnicht gefallen, habe ich beschlossen, erst einmal das vorhandene Zubehör zu verwenden. Richtig zufrieden war ich nie mit dieser Entscheidung, aber Sachen die mir nicht gefallen, die hatte ich ja schon. 

Lange konnte ich mir das allerdings nicht mit ansehen, rosa Plastiknäpfe wurden gegen hochwertiges Keramik getauscht, ein vernünftiger Kratzbaum aus Mangel an Alternativen in Auftrag gegeben und knallbunte Spielzeuge aussortiert. 

Schlüsselmoment Nr. 4

So weit so gut, bis zu dem Tag an dem ein entfernter Bekannter in meiner Wohnung stand und sich erkundigen wollte, wo ich denn diesen Kratzbaum gekauft hätte. Er will auch so einen. 

Warum denn eigentlich nicht?  

Der geschenkte Gaul

Sie hatte es wirklich gut gemeint, als meine Freundin dann beim weltweit größten Versandhändler ein paar günstige, „natürliche“ Spielzeuge bestellte. Auf den Bildern sah das auch alles ganz super aus… im echten Leben dagegen wies dieses Spielzeug gravierende Mängel auf, die ich so nicht tolerieren wollte. In einem als „natürlich“ beworbenen Spielzeugs einen Plastikkern zu verwenden, kann eigentlich nur ein Scherz sein. Die lieblos mit massig Heißkleber daran befestigte Sisal Schnur, überlebte Elons Art zu spielen nur wenige Minuten. Das können wir selber echt besser… hatte ich einst gelernt. 

In der Verpackung befand sich auch ein rotes Spielzeug in Form einer Erdbeere (was Erdbeeren mit Katzen zu tun haben? Ich habe auch nicht auf alles eine Antwort!). Nachdem besagte Katzenerdbeere beim Spielen im Wassernapf gelandet ist und das gesamte Wasser das sich darin befand rot färbte, wurde dieses „natürliche“ Spielzeug schnellstens im Mülleimer entsorgt. Tage davor hatten meine beiden Katzen daran genagt, geleckt, gekuschelt und es mit ins Bett gebracht. 

Meine Bedenken, dass sich Farbe und andere Chemikalien auch lösen, wenn eine meiner Katzen damit spielt, ließen mich nicht mehr los. Ich möchte meine Katzen nicht unwissentlich vergiften, nur weil ich ein paar Euro für Spielzeuge gespart habe. Ich würde als Katzenbesitzer gerne wissen, welche chemischen Zutaten verwendet werden, um ein Spielzeug oder anderes Produkt für meine Katze herzustellen. Eine Transparenz ist hier bei den allermeisten Herstellern nicht gegeben. Dies war dann auch schon der 5. Schlüsselmoment auf dem Weg zu Kira Gates. 

Manchmal im Leben muss man auf den Bauch hören

Es war dieser Moment, als ich von meinem Bekannten auf meinen Kratzbaum angesprochen wurde und erneut die Worte von Jobs, die mich eines Nachmittags dazu gebracht haben aufzustehen, in die örtliche Gemeinde zu fahren und ein Gewerbe anzumelden, um endlich durchstarten zu können. Ihr fragt euch jetzt sicher, welche Worte jemanden nach mittlerweile über 3 Jahren nach einer Idee dazu gebracht haben, diesen Schritt zu gehen. Welche Worte es geschafft haben, dass ich seit diesem Tag im Januar endlich das mache, was ich schon so lange machen wollte, aber aus verschiedensten Gründen nie gemacht habe? 

Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of others’ opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.

Der erste Verkauf

Bei meinem ersten Artikel ging es bestimmt nicht um Geld, es ging lediglich darum zu testen. Zu sehen, ob eine Gründung auch tatsächlich den Spaß und die Erfüllung bringt, wie erhofft. Das erste Produkt war und ist auch noch, ein Katzengras mit extra feinen Halmen, eigentlich aus purem Eigennutz entwickelt, da Elon kein normales Katzengras verträgt. 

Der Generalschlüssel

Es war nicht der Verkauf als solches, es war die Rückmeldung, die ich kurze Zeit später dafür erhalten hatte. Auf meine Anfrage hin, ob mit dem Produkt alles in Ordnung sei, habe ich erfahren, dass die Katze des Käufers seit Jahren ganz ähnliche Magenprobleme hatte und er benutze die Worte „Erleichterung“ und „Verbesserung“. 

Ich hatte also ein Produkt entwickelt, das in der Lage war, dass Leben eines anderen Menschen positiv zu beeinflussen. Bis zu diesem Zeitpunkt wußte ich davon, ich las davon und sprach davon… aber es tatsächlich zu erleben, war eine ganz andere Nummer. Ich finde trotz längerem überlegen nicht die passenden Worte, um das Gefühl zu beschreiben. Das Katzengras ist mittlerweile ausverkauft, den Kunden dagegen habe ich noch immer. 

Schon davor, aber erst recht seit diesem Moment, arbeite ich mit meinem Team, daran meinen Kunden all die selbst erlebten Schlüsselmomente  zu ersparen… es besser zu machen. 

Ich habe für mich gelernt, dass es mich sehr glücklich macht, wenn dich mein Produkt begeistert. Wenn es dein Leben ein kleines Stück verbessern kann. 

Daran arbeite ich täglich! 

Das Team

Ein solches Projekt zu starten, ohne Hilfe von außen ist sicherlich möglich. Allerdings würde es ungleich weniger Spaß machen. Durch einen intakten Freundeskreis bin ich in der Lage für Hilfe, offene Fragen die sich zwangsläufig ergeben, oder sei es auch nur Beistand an weniger sonnigen Tagen, immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand zu finden. An dieser Stelle danke ich jedem einzelnen von euch, der bisher ohne eigenen Nutzen zu ziehen, an der Verwirklichung meines Traums beteiligt war. Ohne euch wäre es an mancher Stelle nur schwer möglich gewesen, weiter zu machen. 

Auch möchte ich mich bei allen Katzentestern bedanken, egal ob Katzen von Bekannten oder jetzt auch schon extern. Ihr leistet oft ohne es zu wissen, einen großen Beitrag zu der Entwicklung meiner Produkte!

Wie geht es weiter mit Kira Gates?

Katzen Gartenprodukte und natürliche Spielsachen, waren ganz klar nur der Anfang. Während ich hier, Ende Mai diese Zeilen schreibe, wird in einer bayrischen Tischlerwerkstatt gleichzeitig final an dem Produktmuster für das erste, offizielle Kira Gates Möbelstück gearbeitet. Weiter erwartet euch ein schrittweiser Aufbau mehrerer relevanter Produktkategorien im Katzensegment.